Zeitvertreib während Corona

Wochenlanges Zuhausesitzen. Geschlossene Geschäfte, Kinos und Clubs. Keine Schule, ins Homeoffice versetzt. Ja, die derzeitige Krise betrifft ausnahmslos alle. Verlockend, in den Ferien einfach nur drinnen vorm Fernseher zu hocken, doch das wird nicht nur nach spätestens einer Woche langweilig, sondern tut dem Körper auch ganz und gar nicht gut. Hier hilft es, sich hinter ein Projekt zu klemmen: Die neue Gartenbank aufbauen, die man eigentlich schon letzten Sommer zusammensetzen wollte, nur noch nicht dazu gekommen ist. Auch kann man eine neue Sprache oder eine neue Fähigkeit wie Jonglieren erlernen und seine Fitness mit Hilfe von Joggen, Yoga und kleinen Workouts aufbessern. Ich persönlich passe auch auf, dass ich nicht zu lange ausschlafe und spätestens um 8:30 Uhr aufstehe, um nicht meinen alten Rhythmus zu verlieren. Um motiviert in den Tag zu gehen und Abends das Gefühl zu haben, etwas erledigt zu haben, kann man sich auch einen Tagesplan erstellen:

  • 8:30 Uhr: aufstehen (frühstücken, fertig machen, etc.)
  • 9:30 Uhr: Schulsachen
  • 10:30 Uhr: einen Spaziergang machen, Fahrrad fahren
  • 11:40 Uhr: mal etwas Aufwendigeres zu Mittag kochen, um den Magen zu verwöhnen
    (unten ein Rezept: Möhren-Erbsen-Lasagne mit Bärlauch-Soße)
  • 13:30 Uhr: zu Mittag essen
  • 14:00 Uhr: Rest Schulsachen, sonst etwas Kreatives
    (im Garten malen, Frühlingsdeko basteln, nähen, etc.)
  • 15:00 Uhr: Yoga, Joggen oder Workout (unten ein kleines Workout für Neustarter)
  • 16:00 Uhr: ordentliches Dehnen, zur Entlastung der Muskeln (idealerweise mit einer Blackroll)
  • 17:00 Uhr: für etwas Ordnung sorgen (Bad putzen, Schrank aufräumen, etc.)
  • 18:00 Uhr: etwas Gesundes zu Abend machen
    (Gemüsepfanne mit Reis, Salat und Baguette, oder eine einfache Mahlzeit wie Vollkornbrot mit Frischkäse und Gurken oder einem vegetarischen Aufstrich), um danach ein Eis genießen zu können
  • 18:30 Uhr: zu Abend essen
  • 19:00 Uhr: Ein gutes Buch lesen (für Schmöker-Fans, die ein bisschen Historie in ihren Abenteuern mögen, empfehle ich den Klassiker „Désirée“, für die Altersklasse 12-16 mit einer Vorliebe für packende Abenteuerromane (ebenfalls mit historischem Hintergrund); das Buch „das Mädchen im blauen Mantel“, zu beiden Büchern unten mehr) oder ein Hörspiel anhören (die gesamte Känguru Reihe von Mark Uwe Kling ist unglaublich lustig und empfehlenswert. Der erste Band/Hörspiel: Die Känguru Chroniken.)
  • 20:15 Uhr: das Abendprogramm im Fernsehen oder auf Netflix/Amazon Prime einen Film mit ausreichend Knabberzeugs ansehen ( für diejenigen, die die Känguru Hörbücher bereits kennen, ist der Känguru Chroniken Film statt im Kino für 16,99 € auf verschiedenen Streamingdiensten erhältlich, wobei ein Teil der Einnahmen in die Kinokassen geht. )

Möhren-Erbsen-Lasagne mit Bärlauch-Soße

Für 4 Portionen
Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten + 40 Minuten Backzeit + 15 Minuten Wartezeit
Pro Portion: ca. 757 kcal, 3170 kJ, 36g EW, 65g KH, 40g F, 5 BE

FÜLLUNG:
650g Möhren, 100g Lauchzwiebeln, 2 EL Olivenöl, 300g TK-Erbsen, 2 EL Weißweinessig, Salz, schwarzer Pfeffer, 250g Mozzarella 
SOSSE:
100g Bärlauch, 1 Knoblauchzehe, 1 Bio-Zitrone, 3 EL Olivenöl, 2 EL Butter, 2 EL Weizenmehl Type 550, 400ml Milch, 250g Ricotta, 2 Msp. Muskat
Außerdem: 12 Lasagneblätter

1. Für die Füllung Möhren schälen und in 1 mm dicke Scheiben schneiden. Lauchzwiebeln waschen, putzen und in feine Röllchen schneiden. Öl in großer Pfanne oder Topf erhitzen. Möhren darin ca. 5 Minuten anbraten, Lauchzwiebeln zugeben und ca. 1 Minute mitbraten. Erbsen zugeben und mit Essig und 50ml Wasser aufgießen. Ca. 5 Minuten im geschlossenen Topf köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und zur Seite stellen. Mozzarella abtropfen lassen und 1cm groß würfeln.

2. Für die Soße Bärlauch verlesen, waschen, abtropfen lassen, 5-6 Blätter für die Garnitur zur Seite legen, den Rest grob hacken. Knoblauch schälen und grob hacken. Zitrone heiß waschen, trocken reiben und 1 TL Schale fein abreiben. Aus Zitrone 3 EL Saft auspressen. Bärlauch mit Knoblauch, Zitronensaft und Öl fein pürieren. Butter bei kleiner Hitze im Topf zerlassen. Mehl mit Schneebesen unterrühren und ca. 1 Minute unter Rühren anschwitzen. Kräftig weiterrühren, dabei Milch langsam zugeben. Aufkochen und ca. 1-2 Minuten köcheln lassen. Vom Herd ziehen und Ricotta sowie Bärlauchmasse unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronenschalenabrieb abschmecken. Backofen auf 180 Grad Celsius (Umluft 160 Grad C) vorheizen.

3. Ca. 3-4 EL Soße auf Boden einer Auflaufform verteilen. Mit 3 Lasagneblättern belegen. 1/3 der Füllung darauf verteilen, ¼ der übrigen Soße mitKlecksen darauf geben und mit ¼ des Mozzarellas bestreuen. Mit 3 Lasagneblättern abdecken. Vorgang zweimal wiederholen. Auf oberste Nudelschicht übrige Soße verstreichen und mit übrigem Mozzarella bestreuen. Ca. 40 Minuten backen, bis Oberfläche leicht gebräunt ist. 15 Minuten ruhen lassen. Übrig gebliebene Bärlauchblätter in grobe Streifen schneiden und Lasagne damit garniert servieren.

Workout

  • 20 Situps
  • 5-10 Liegestütze (je nach Trainingsstatus, notfalls Damen)
  • 30 sec Plank (Unterarmstütz: Unterarme und Fußspitzen auf dem Boden, Körper gerade in der Luft halten, Bauch und Po einziehen bzw. anspannen)
  • 30 sec Russian Twist (Beine und Oberkörper in die Luft, Hände links und rechts immer abwechselnd neben den Körper setzen)
  • 20 sec Sqads mit Springen (Kniebeugen: in die Knie gehen, Oberschenkel und Waden möglichst in den rechten Winkel bringen, dann nach oben schnellen und so hoch wie möglich springen)

    Optionale Wiederholungen, empfohlen bis zu 3 mal. Danach ordentlich durch dehnen, wer eine Blackroll besitzt, kann diese benutzen, sollte aber darauf achtgeben, immer zum Herzen hin und nicht vom Herzen weg zu rollen.

Meine Buchtipps

1. Désirée von Annemarie Selinko 

Der von Jung und Alt gern gelesene Roman von Annemarie Selinko soll das Tagebuch der Französin Eugénie Désirée Clary darstellen. Sie war nicht nur eine reale Person, sie war erst die Geliebte Napoleons, dann die Frau ihres geliebten Mann Jean Baptiste Bernadotte, durch welchen sie schließlich zur Königin Schwedens wurde. Da sie keine berühmte historische Persönlichkeit war, wird im Geschichtsunterricht generell nichts über sie erzählt (auch in Napoleons Lebensläufen wird sie ausgelassen) und es ist sehr wenig über sie dokumentiert worden, da sie als einfache Tochter eines Seidenhändlers aufwuchs. Doch die Geschichte lässt es so scheinen, als wäre die Autorin bei jedem Ereignis persönlich anwesend gewesen und man beobachtet mit Freude ihre Laufbahn von dem kleinen Mädchen, das um jeden Preis als erwachsene Dame gelten möchte, bis hin zu der akzeptierten Königin Desideria mit ihren Enkeln.  

2. Das Mädchen im blauen Mantel von Monica Hesse

2. Weltkrieg, Holland; Amsterdam ist von den Nazis besetzt. Hanneke verdient ihr Geld damit, Schwarzmarktgüter zu beschaffen und diese an die etwas wohlhabenderen weiterzuverkaufen. Hanneke selbst ist keine Jüdin und auch ihre Eltern nicht. Sie ist nicht besonders abenteuerlustig oder geht gern Risiken ein, nicht mal wirklich einfühlsam oder empathisch ist sie. Und dennoch sagt sie nicht nein, als eine ihrer Kundinnen sie darum bittet, ein verschwundenes, jüdisches Mädchen zu finden, bevor die Nazis es tun…  

von Jill Leonhäuser

Umwelt AG

Die Polarkappen schmelzen, Ernten fallen karger aus, Naturkatastrophen überfallen ein Land nach dem anderen und Tierarten sterben aus – und das alles nur, weil der Mensch seinen Hintern nicht von der Couch bekommt. Doch warum Reden schwingen, wenn man nicht auch etwas tun kann?

Genau diese Frage stellten wir uns bei den Projekttagen die Anfang des Schuljahres an unserer Schule stattfanden und kamen relativ schnell zu dem Ergebnis, dass wir Teil eben dieser Leute sein wollten, die aus Reden Taten werden lassen. 

Kurzerhand gründeten wir mit einer kleinen Gruppe die „Umwelt AG“, kreierten eine Struktur und beschlossen, was wir mit ihr erreichen wollen: mit Projekten zur Nachhaltigkeit an unserer Schule für ein besseres „Schulklima“ (wortwörtlich) zu sorgen. 

Anbei jetzt noch ein klitzekleiner Tipp zum Stromsparen, den wirklich jeder umsetzen kann: Kühlschranktür nicht lange geöffnet lassen und immer das Licht ausschalten, wenn man einen Raum verlässt. Für manche von uns scheint das jetzt schon natürlich und alltäglich geworden zu sein (was auch gut ist!), aber immer noch genügend Leute machen sich zu wenig Gedanken über solche kleinen Handlungen und deren große Folgen.

Harry Potter und das verwunschene Kind

Im Mehr! Theater am Großmarkt (Hamburg) läuft ab jetzt ein neues Meisterwerk: „Harry Potter und das verwunschene Kind“ feiert im März seine offizielle Premiere, die Voraufführungen laufen jedoch bereits seit Februar. Jack Thorne hat, basierend auf Joanne K. Rowlings Geschichte, eine weitere Welt des etwas gealterten Harry Potter geschaffen.

Für die Besuchermassen wurde im Foyer extra ein neuer Teppich mit Hogwarts Logo ausgelegt, gedimmte Glühbirnen, die an langen Kabeln von der Decke hängen, sollen die schwebenden Kerzen in der großen Halle darstellen. Türkisene Patroni an der Wand enthalten Zitate aus dem Skript und auch die Souvenirshops geben einiges her. Im Pavillon nebenan kann man sich in der Pause Essen besorgen, auch wenn die Essenstheke ziemlich teuer und die Schlange dafür ziemlich lang ist.

Da ich vor der Aufführung bereits das Skript zu Harry Potter und das verwunschene Kind gelesen hatte, war ich anfangs ein wenig skeptisch, da die Story ausgefranst und die Witze flach auf mich wirkten. Doch kaum hatte ich das Theater betreten, lösten sich meine Bedenken in Luft auf: auch hier hingen Glühbirnen als Kerzen von der Decke, an der Wand hingen Tierköpfe, die, ganz nach Hogwarts Art, kleine Leuchter hielten. Und dann die Bühne: Sie hatte man wie das Bahngleis 9 ¾ gestaltet. Koffer lagen, standen und stapelten sich auf der Bühne verteilt, Uhren, Säulen und verzierte Gerüste erinnerten an Harrys erste Abfahrt in King´s Cross.

Sowie das Stück begann, war ich gefesselt. Zwar war die schauspielerische Leistung nicht außergewöhnlich und durch die stets gehetzt wirkenden Wortgefechte etwas gewöhnungsbedürftig, doch waren die Effekte unglaublich real und mitreißend und ließen mich keinen Moment in Langeweile versinken. Sei es die Art, wie die Spieler, mit ihren Umhängen tanzend, das Bühnenbild veränderten, oder seien es die Dementoren, die schaurig-schön durch den Saal über das Publikum hinweg schwebten. Anfangs war es anstrengend und durch häufiges Geschrei sogar etwas nervig, doch im Laufe der Geschichte kamen immer mehr ruhige, gar philosophische Szenen hinzu. 

Nach zweieinhalb  Stunden gab es zwei Stunden Pause, dann noch einmal zwei Stunden Aufführung. Die Spannung stieg merklich und einige der eigentlich so flachen Witze wurden so gut rübergebracht, dass das Publikum in spontanen Applaus verfiel. Ich bekam mehr und mehr das Gefühl, mittendrin zu stecken und das goldene Trio noch besser kennenzulernen als nach dem siebten Harry Potter Band. 
Alles in allem waren Pausen und Eintritt ein wenig schlecht organisiert, das Stück an sich aber perfekt getimt, abwechslungsreich, lustig, spannend und absolut verzaubernd. Für jeden Harry Potter-Buch-Verschlinger ein absolutes Muss!

von Jill L.