Meine Reise durch Japan

Ein Land aus über tausend Inseln im Pazifischen Ozean – und voller Tempel, Schreine, Kawaii-Figuren und wunderbarer Kirschblüten. 
Ich selbst durfte nach Japan reisen und hatte nicht wirklich eine Vorstellung dessen, was mich dort erwarten würde. So freute ich mich einfach auf eine „andere Welt”. Und jetzt kann ich sagen, Japan ist unglaublich schön, spannend, vielfältig und voller Gegensätze! Ein Land, einerseits bestehend aus heiliger Natur, Traditionen und uralten Idealen und andererseits mit schnellem Konsum, auch funktionierend nur noch durch modernste Techniken.

Die Distanz Japans zu Europa betrifft nicht nur die Geografie, sondern auch die Lebensart – all das, was hier in Europa Alltag ist oder als normal angesehen wird, existiert dort so nicht. Eine offensichtlich völlig andere Welt, die auch auf völlig andere Weise gelebt wird.
Angekommen in Tokyo, der Hauptstadt Japans, traf ich gleich auf das geordnete und saubere Leben, an das viele als erstes denken, wenn sie Japan hören. Die Straßen sind lang und geradlinig und sogar Fahrräder sind zwischen Taxis und kleinen Privatbussen unterwegs. Aber aufgepasst, in Japan herrscht Linksverkehr! Etwas, das man nicht unbedingt sofort mit Japan verbindet, aber aus vielen anderen Ländern wie z.B. dem Vereinigten Königreich, Irland etc. kennt.

In Japan wird der öffentliche Personen-Nahverkehr, also die U-Bahn, S-Bahn und der Bus von fast Jedem genutzt. Das Schienennetz in Japan gehört zu den dichtesten der Welt. Das normalspurige Streckennetz zieht sich über die drei größten Inseln des Landes. Daneben gibt es noch Einschienenbahnen. Aber nicht nur das. Denn in Japan fahren vor allem die Shinkansen. Mit ihnen kann man lange Strecken wie z.B. die von Tokyo nach Nagoya (342 km) schnell und komfortabel hinter sich bringen. Je nachdem mit welchem Typ Shinkansen-Zug man unterwegs ist, benötigt man für diese Strecke zwischen 1h 40 min und 2 Stunden. Die sogenannten „Shinkansen“ sind Hochgeschwindigkeitszüge: Sie fahren mit bis zu 400 km/h oder schneller durch Japan. Sie sehen supermodern aus und das wohl Beste: Sie sind extrem pünktlich und zuverlässig! Japan ist ein insgesamt perfekt organisiertes Land. Und das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Nicht nur unterwegs kann man sich auf alles verlassen: Es gibt keine Bahnverspätungen und man kommt gut von A nach B, und das auch ganz ohne Japanisch sprechen zu können. Wobei sich das Sprechen an sich wirklich schwierig gestaltet, denn kaum ein Japaner spricht Englisch. Doch alle sind jederzeit hilfsbereit und freundlich. Ist man in Not oder weiß zum Beispiel nicht, wo der Anschlusszug abfährt, machen sich Leute am Bahnhof, wenn sie dies ahnen, gleich bemerkbar und versuchen umgehend zu helfen. Sie fragen dann nach der Bahnfahrkarte und zeigen einem, an welchem Gleis der Zug abfährt, erklären mit wilden Handbewegungen den Weg dorthin, oder begleiten einen direkt.

Zur Begrüßung und als Zeichen des Respekts wird sich verbeugt. Ein Kopfnicken oder auch ein längeres Senken des Kopfes zeigt Aufrichtigkeit. Japans respektvolle Art, Fremden auf der Straße, dem Nachbarn Zuhause oder dem Verkäufer im Supermarkt zu begegnen und „Hallo“ zu sagen oder sich zu verabschieden, ist förmlich, aber zeigt große Wirkung: Wo man auch hin schaut, jeder geht höflich und freundlich mit seinem Gegenüber um. Das ist Etwas, das mir in Japan sehr gefiel und das ich auf eine Art und Weise auch irgendwo und irgendwie hier in Deutschland vermisse. – Fortsetzung folgt –

Giulietta K.