Black Lives Matter

(Teil II)

Black Lives Matter ist nicht allein auf die Unterdrückung Schwarzer in den USA und Europa bezogen. In Nigeria passieren momentan Dinge, von denen nur wenig gesprochen wird. Die Polizei-Einheit „SARS“ (= Special Anti Robbery Squad), die ursprünglich im Jahre 1984 gegründet wurde, um die Diebstahl- sowie Entführungsquote zu senken, hat dieses Ziel zwar erreicht, aber selbst genau die gleichen Verbrechen ebenso begangen. In den letzten Jahren sollen die Aktionen dieser Gruppe außer Kontrolle geraten sein, fast jeder in Nigeria machte schlimme Erfahrungen mit ihnen, mit vielen Arten des Missbrauchs, mit Folter und sogar Mord. Es ist schwer, hier den Zusammenhang mit Black Lives Matter sofort zu erkennen, da die Mitglieder der SARS, die Unterdrücker, in diesem Fall auch schwarz sind, doch wird dies einem kurz erläutert, ist es eigentlich sofort verständlich: Black Lives Matter kämpft nicht nur gegen die Unterdrückung schwarzer Menschen durch weiße, es geht also nicht nur um Rassismus, sondern ursprünglich wurde die Bewegung gegründet, um auf genau das aufmerksam zu machen und dagegen zu kämpfen, was hier der Fall ist: das Töten unschuldiger schwarzer Menschen. Das ist ja gemeint: Das Leid schwarzer Menschen soll zählen – weltweit. Der SARS rechtfertigte all diese Angriffe und Gewalttaten an den Menschen mit deren Aussehen! Sie trugen entweder ein auffälligeres T-Shirt als andere, hatten ein iPhone oder es lag an ihrem Beruf: sie arbeiteten in der Technik-Industrie oder Ähnlichem. Für uns völlig normale Dinge, doch in den Augen der SARS alles Hinweise auf Kriminalität, was natürlich irrwitzig ist. All dies kam durch eine Klage und ein Video ans Licht, worauf heftige Proteste vor allem in Lagos stattfanden und das Hashtag #EndSARS im Internet über Afrika, Europa und die USA seine Runden drehte.

Am 29. März 2021 begann der Gerichtsprozess gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin, zehn Monate nachdem er George Floyd ermordet hatte, dessen Tod diese Bewegung erst wirklich ausgelöst hat. Chauvin wurde wegen Mordes zweiten und dritten Grades angeklagt ist, sowie wegen Totschlags zweiten Grades. Er wurde in all diesen Punkten am 20. April schuldig gesprochen. 

Weitere Tode unschuldiger schwarzer Menschen durch Polizeigewalt, wie beispielsweise Daunte Wright und Ma‘Khia Bryant und leider vielen weiteren, führen in den USA und anderen Teilen der Welt immer noch des öfteren zu Protesten, wenn auch unglücklicherweise nicht mehr so oft wie letztes Jahr.

Viele erhoffen sich nun mit der neuen Präsidentschaft von Joe Biden und der Vize-Präsidentschaft von Kamala Harris eine Änderung dieser furchtbaren Lage, in der sich vor allem Schwarze in den USA momentan befinden, aber auch viele andere Menschen, die aufgrund von Aussehen, Hautfarbe, Sexualität, Identität, Auftreten, Geschlecht oder was auch immer nicht in das stereotype Bild passen, das unsere Gesellschaft als normal vorschreibt. So viele Faktoren machen immer noch einen Unterschied in der Art, wie Menschen behandelt werden, obwohl wir doch eigentlich alle gleich sind und es an der Zeit ist, dass dies keine Rolle mehr spielt. Doch nicht nur in den USA sollte auf dieses Ziel hingearbeitet werden, sondern auf der ganzen Welt.

Wie kann man helfen? Es gibt viele Wege, dies zu tun. Es können Zurechtweisungen gegen rassistische Bemerkungen oder rassistisches Verhalten sein. Man kann andere Leute darüber informieren und darüber aufklären, sei es im Alltag oder beispielsweise durch Social Media. Wenn die Coronalage es erlaubt, kann man an Protesten teilnehmen und Petitionen unterschreiben. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen und, auch wenn der Einfluss mancher kleinen Erfolge im Moment winzig erscheinen mag, kann, wenn wir alle zusammenarbeiten, auf Dauer ein großer Unterschied gemacht werden.

Elisa Scholpp

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