Black Lives Matter

Wahrscheinlich haben die meisten von euch in letzter Zeit etwas von der großen Anti-Rassismus Bewegung gehört, die momentan vor allem in den USA in Form von riesigen Protesten, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt unter dem Namen „Black Lives Matter“ von sich Hören macht.
Aber was genau ist das Ziel dieser Bewegung, wodurch wurde sie ausgelöst, wer führt sie an und wie soll dieses Ziel erreicht werden? 

Am 25. Mai diesen Jahres wurde der dunkelhäutige Amerikaner George Perry Floyd in den Straßen von Minneapolis durch Polizeigewalt ermordet. Er hatte angeblich mit einem gefälschten 20$ Schein bezahlt, woraufhin die Polizei gerufen wurde und ihn zu Boden drängte. Dort lag er dann, mit dem Knie des Polizisten Derek Chauvin auf dem Hals, sagte über 20 mal, er könne nicht atmen, nach sechs Minuten war er nicht mehr ansprechbar und schließlich nach 8 Minuten und 46 Sekunden der Atemnot vollkommen bewusstlos und ohne Puls. Nachdem endlich der Krankenwagen gerufen wurde, wurde Floyd – eine Stunde nach dem Vorfall – im Krankenhaus für tot erklärt. Da umherstehende Passanten einen großen Teil des Vorfalls filmten und ins Internet stellten, war es möglich, der ganzen Welt so die ‚Minderwertigkeit‘ dunkelhäutiger Menschen in den USA vor Augen zu führen.

Dieser Fall wird vielen von uns sicherlich komplett befremdlich und ungewohnt erscheinen, schon allein, weil es Gewalt und öffentlichen Rassismus in diesem Ausmaß hier in Deutschland wohl nicht gibt. Doch ob man es glaubt oder nicht, dieser Fall war in den USA längst nicht der erste.
Fakt ist, dass der Anteil der Dunkelhäutigen an der Bevölkerung der USA 2015 12% betrug, jedoch 26% der durch Polizei im Einsatz getöteten Menschen eine dunkle Hautfarbe hatten. Welche dieser Fälle auf Rassismus zurückzuführen sind, ist unklar, doch die Zahlen und Schlagzeilen sprechen in diesem Fall schon für sich. 

Zwar ist Floyd nur einer unter vielen – BreonnaTaylor, Ahmaud Arbery, Eric Garner, Tony McDade, Dion Johnson, Michael Brown, Tamir Rice, Walter Scott, Alton Sterling, Philando Castile, StephonClarke, um hier nur ein paar der bekanntesten Todesfälle Dunkelhäutiger durch Polizeigewalt zu nennen (die Liste könnte noch beliebig weitergeführt werden) -,  doch trotzdem war sein Fall, unter anderem auch durch die enorme Aufmerksamkeit, die er in den sozialen Medien erlangte, der, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Menschen in den USA haben nun endlich genug.

„I can´t breathe“; „Say their names“, „Black LivesMatter“, „No justice, no peace“. Tagelang hörte man in den US-amerikanischen Städten wie Washington D.C., Los Angeles, Houston und in Staaten wie Illinois und New York diese Rufe durch die Straßen schallen.
Das Ziel sind vor allem friedliche Proteste – auch wenn sie leider öfters ausarten – gegen die Unterdrückung Dunkelhäutiger, aber auch Latinos und vieler anderer Menschen, die täglich unter den Einstellungen der Gesellschaft und der Gewalt der Polizei leiden müssen. Die Bewegung hat keinen wirklichen Anführer, jeder geht aus seinem eigenen Willen heraus protestieren, Dunkelhäutige sowie Weiße, um ein besseres, gerechteres Amerika zu schaffen. In einigen Staaten verwendet die Polizei Tränengas und Gewalt, um die Proteste stillzulegen. Doch die Menschen lassen sich nichts mehr gefallen. 

Die Bewegung „Black Lives Matter“ schwappte auch schnell nach Europa und in andere Teile der Welt über. Auch in Deutschland gingen mehrere tausend Menschen auf die Straßen und protestierten.
Sogar hier in Stuttgart fanden mehrere Proteste statt, denn niemand kann sich hier etwas vormachen: Rassismus existiert auch bei uns, wenn auch vielleicht nicht in dieser extremen und offensichtlichen Form. Wer zu dieser Zeit auf allen möglichen Social Media Plattformen unterwegs war, hat sicher auch schon das Hashtag #BlackLivesMatter gesehen, welches für mehrere Wochen ganz oben in den Trends war. Jeder Influencer und Prominente hat etwas dazu gepostet, ob er es ernst meinte oder nicht.

– Fortsetzung folgt –

von Elisa S.