Online Schooling – ein Rückblick

Wir befinden uns im Jahr 2021.
Nach dem Lockdown ist vermutlich jeder Schülerin und jeder Lehrerin schon mit dem Homeschooling in Kontakt gekommen. Diese Zeit ist jetzt nun erstmal zu Ende und sicherlich nimmt jede*r andere Erfahrungen daraus mit. Denn auf diese neue Situation reagierte jeder Mensch individuell. Für die einen war es ein Segen, doch für die anderen ein Fluch.
So gab es unserer Meinung nach für uns Schüler ein paar Vorteile, aber auch einige Nachteile. Ein toller Vorteil war, dass man länger schlafen konnte, da einem die Fahrt zur Schule erspart blieb. Auch konnte man sich, aus unserer Erfahrung, direkt nach dem Aufstehen, vielleicht auch mal ohne Kleidungswechsel vor den Computer setzen. Oder man blieb einfach direkt im Bett, die Webcam blieb ja meistens aus. Zum Glück konnte so keiner sehen, wie „konzentriert“ man mitarbeitete oder was noch so alles neben dem online Unterricht getan wurde.
Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht, ob dies so erstrebenswert ist: Denn durch die viele Zeit vor dem Computer verlor man schnell seinen gewohnten Tagesrhythmus. Es trat das Gefühl auf, dass jeder Tag gleich ist.

Durch die viele Zeit daheim verbrachte man allerdings auch mehr Zeit mit der Familie, was zwar teilweise anstrengend war, wodurch aber auch der Familienzusammenhalt gestärkt werden konnte. Doch leider war dies nicht in allen Familien der Fall. Kindern, die häusliche Gewalt erfuhren, musste die Situation aussichtslos erscheinen, da sie ihrer privaten Hölle, dem eigenen Zuhause nun noch viel schwerer entfliehen konnten.
Durch den reduzierten sozialen Kontakt litten viele an einer großen Einsamkeit, wodurch viel mehr Menschen an schweren psychischen Erkrankungen wie z. B. Depressionen, Ess-Störungen, Angst – und – Zwangsstörungen litten.
Eine große Hilfe hierbei waren und sind unsere treuen Begleiter: die Haustiere. Mit ihnen kann man sich stets entspannen und so kam man auch mehr an die frische Luft.
Durch die kleinen Fellnasen konnte man sich aber auch schnell ablenken lassen, genauso wie durch Nebengeräusche und alltägliche Haushaltssituationen im Homeschooling. Seien es Nebengeräusche wie das Bellen eines Hundes, die Waschmaschine, Handwerker oder auch die Toilettenspülung. Auch der Fakt, dass Essen rund um die Uhr zur Verfügung stand, war nicht gerade konzentrationsfördernd, wie wir aus eigener Erfahrung bestätigen können.
Doch da der Unterricht erfreulicherweise zeitlich verkürzt war, war es trotz der schlechteren Konzentration weniger anstrengend als im Präsenzunterricht. Der Nachteil des verkürzten Unterrichts war allerdings, dass man eine teils riesige Menge an schriftlichen Hausaufgaben zu bearbeiten hatte, was vor allem für die unteren Klassenstufen schwierig war. Viele fühlten sich mit ihren Problemen alleine gelassen und konnten niemals richtig abschalten, da das Netz immer präsent ist und jederzeit eine neue Aufgabe kommen konnte.
Außerdem fehlte viel mündlicher Austausch. Die vielen Sätze, die sonst so nebenbei im Unterricht fallen, gingen im Online-Unterricht verloren. Auch ein großer Teil der Klassengemeinschaft ging so verloren, oft wusste man nicht, wie es der Person hinter den angezeigten Namen wirklich ging. So wirkte vieles unpersönlich und distanziert. 
Auf der anderen Seite konnten Referate, die vorher im Klassenzimmer gehalten wurden, jetzt mit eingefügten Videos und Bildern lebhafter gestaltet werden, was sie noch interessanter machte.
Die tägliche Arbeit am Computer brachte einen oft mit technischen Problemen an seine Grenzen, doch mit zunehmender Geschicklichkeit ließ man sich davon immer weniger unterkriegen. Einer unserer Lehrer sagte einmal: „Der Computer ist dafür da, die Probleme zu lösen, die man ohne ihn nicht hätte.“ Wir finden, dass er damit den Nagel auf den Kopf getroffen hat!
Auf der anderen Seite müssen wir natürlich den Umgang mit den Medien lernen, sie werden zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Auch wenn der Online-Unterricht nicht immer einfach war, haben wir ihn hinter uns gebracht. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen, aber auch daran gewachsen und haben, ohne es richtig zu merken, neue Lebenserfahrung gesammelt. Diese Erfahrung wird sich sicher noch im Laufe unseres Lebens auszahlen.

Kashaya Schalek & Amelina Schneck